Schwerer Abschied aus Norge mit Stopp in Lindesnes
- Desi

- vor 20 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

Nach einer kurzen Erholung nach unserer Preikestolen-Wanderung hieß es für uns langsam aber sicher Richtung Kristiansand aufzubrechen. Unsere wunderschöne Zeit in Norwegen geht bald zu Ende. Bevor wir uns aus diesem großartigen Land verabschieden, gibt es noch ein unverhofftes Wiedersehen mit unseren Campingplatznachbarn aus Lone und einen besonderen Leuchtturm zu sehen.
In Jørpeland planen wir die weitere Route und entscheiden uns, zurück via Stavanger die Küste entlang Richtung Lindesnes zu fahren, ehe uns die Fähre nach Dänemark zurück bringt.


Wir fahren durch den Ryfylketunnelen wieder durch Stavanger und sind erneut fasziniert von den Tunneln und Brücken über die Inseln. Den Ort wollen wir diesmal nur passieren, außer einem besonderen Stopp. Die 3 Schwerter faszinieren mich seit meiner Kindheit, und ich wollte sie unbedingt nocheinmal bei Tageslicht sehen, weshalb wir den kleinen Umweg auf uns nahmen und sie nochmal anschauten.


Weiter geht es auf der Route 44 die Küste entlang. Das Wetter wird nasser, die Stimmung nebliger. Es ist über die Halbzeit für uns auf unserer 2-monatigen Campingreise. Wir werden langsam müde und versuchen, das Erlebte zu verarbeiten, während wir schon die Abenteuer für die nächsten Tage planen. Die Reise ist begrenzt, und wir wollen noch so viel sehen, trotzdem genug Zeit zum Verschnaufen haben.
Umso besser, dass wir in Egersund beim Magma Geopark einen weiteren Rastplatz finden, um uns die Beine zu vertreten. Und natürlich die Landschaft zu bewundern und viele Bilder zu machen!


Es wird dunkel und es regnet. Als wir schon weiterfahren wollten, hupt es. Und wer kommt plötzlich mit einem Adria-Kastenwagen eingefahren? Unsere Bekannten Carolyn und Alain, die wir beim Campingplatz in Lone kennenlernten! Was für eine freudige Überraschung! Sie teilen uns mit, dass die Nacht hier am Rastplatz verbringen möchten. Mario schlägt vor, ebenfalls hier zu bleiben und erst morgen weiterzufahren. Aus irgend einem Grund bin ich zunächst dagegen, denn mein Kopf denkt: wenn wir heute noch ein paar Kilometer schaffen, haben wir es morgen stressfreier. Ergibt nicht wirklich Sinn, aber Mario willigt ein. An unserem geplanten Rastplatz angekommen, bekommen wir noch eine WhatsApp von Alain: sie hätten gerne mit uns eine Flasche Wein geteilt.
Ich realisiere, wie sinnlos mein Vorschlag war, weiterzufahren - und wir kehren um. Zum Glück, denn wir verbringen einen wunderschönen Abend mit Wein, Snacks und Alain packt seine Gitarre aus und singt für uns! Wir singen mit und sind voller Glückseligkeit. Carolyn erzählt uns von ihrer über 6-monatigen Reise, die sie im Mai in Portugal gestartet haben und nun in den letzten Wochen in Norwegen sind, bevor sie zurück nach UK fahren. Beide arbeiteten remote während ihrer Reise. Wir hatten schöne Gespräche und eine Wärme im Herzen, an die wir uns noch lange erinnern werden.
Ich habe gelernt, dass meine fixen Ideen nicht immer sinnvoll sind, und dass ich mich besser mal treiben lasse, um Platz für Schönes und Unverhofftes zu schaffen!

Am nächsten Morgen trinken wir noch Kaffee zusammen und frühstücken, ehe sich unsere Wege mit Wehmut trennen. Sie fahren weiter Richtung Norden, wir machen uns auf Richtung Kristiansand, denn unsere Zeit in Norwegen geht bald zu Ende.


Zunächst stoppen wir noch beim Vanse Bobilcamp zum Wäschewaschen (diesmal klappte alles einwandfrei!). Dieser ist etwa 1 Autostunde von Lindesnes entfernt, wo der älteste Leuchtturm Norwegens steht. Dieser wurde 1656 zum ersten Mal entzündet und leuchtet (mit fast 70-jähriger Unterbrechung) heute noch den Schiffen den Weg. Lindesnes bedeutet „Dort wo das Land im Meer versinkt“ und stammt aus dem Alt-Norwegischen. Es gibt ein Museum, einen Museum-Shop, ein Cafe und natürlich die schöne Küste zu erkunden.

Die Fahrt zum Fährhafen fühlt sich falsch an. "Ich will noch nicht gehen", denke ich. Aber Mario erinnert mich daran, dass noch einige unbekannte Abenteuer auf uns warten und wir beide definitiv zurück in dieses schöne Land reisen werden, und dann hoffentlich auch den Norden erkunden können.
Traurig nehmen wir Abschied. Norwegen hat unsere Herzen berührt und die Überfahrt nach Dänemark bleibt nicht ohne Sehnsucht nach Wiedersehen. Jedoch: vor uns liegen noch wunderschön Zeiten und ein ersehntes Wiedersehen mit Freunden aus den Niederlanden steht auch noch bevor! Wir lesen uns im nächsten Beitrag wieder, der hoffentlich nicht mehr so lange auf sich warten lässt ;-).




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