Autarkes Campen am Bauernhof: Versorgung, Erntehilfe ... und Campingplatzluxus
- Desi

- 24. Sept. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Okt. 2025

Wenn ihr die Möglichkeit habt, autarkes Camping am Bauernhof zu erleben, macht es! Die Morgensonne grüßte uns mit ihren warmen Strahlen und lieferte einen fotomotiv-reifen Anblick. Der Kaffee schmeckte so noch um einiges besser. Dazu noch zwei frisch gelegte Frühstückseier - herrlich! Der Innovan von Fernweh-Camper ist mit allem ausgestattet, was man so braucht: eine umfangreiche Geschirrauswahl, Töpfe, Pfanne, Besteck, und am wichtigsten: eine Bialetti!

Das und wohlverdienter Schlaf brachten uns nun genug Energie, um auch am Hof ein bisschen mit anzupacken. Wir sammelten am Vormittag frische Eier und halfen Connie, einer befreundeten Erntehelferin, und Martin am Nachmittag ein bisschen bei der Apfelernte. Das letzte Mal Ernten ist bei mir schon ein paar Jahrzehnte her; zuletzt am Hof meines Opas in den führen 2000er Jahren. Es gab auch eine Premiere für mich: das Fahren mit der elektrischen Hebebühne! Bei so viel neuen Erfahrungen drängte aber doch eine Kleinigkeit noch...
Nach zwei Tagen Nutzung von unserer Camping-Toilette und langsam im Füllstand steigendem Abwasser wurde es Zeit für eine Entleerung. Es gibt um Lienz zwar ein paar Campingplätze, aber wir waren uns nicht sicher, ob eine Entleerung von Schwarz- und Grauwasser ohne Übernachtung möglich ist (auch gegen eine Entsorgungsgebühr). Zum Glück wurden wir aber nach einiger Recherche auf die Kläranlage in Dölsach aufmerksam, die aktuell kostenlose Entsorgung zu fixen Zeiten anbietet. Trotz einigen Malen falsch abbiegen (das Navi schickte uns mal auf den Radweg...), mit gutem Trinkgeld für die hilfsbereiten Kläranlagenmitarbeiter und entleertem WC- und Abwassertank konnten wir im doppelten Sinne erleichtert wieder zurück zum Hof fahren. Frischwasser durften wir dann direkt dort auffüllen. Denn: nach nochmaligem Helfen bei der Rote-Rüben-Ernte wurde es Zeit, die Campingdusche zu testen!

Wenn man geduldig genug ist, etwa 10-15 Minuten zu warten, bis das Wasser wohlige 40°C erreicht, kommt man in den Genuss einer warmen Dusche. Mario wollte aber lieber testen, ob das Frischwasser, das direkt aus der Quelle des Zauchenbachs kommt, tatsächlich SO kalt ist. Und ja, ist es! Ich bevorzugte dann doch, abzuwarten, bis es auf Temperatur war :). Die Stromversorgung ist beim Autarkstehen auch immer ein Thema. Nach ein paar Tagen wurde unser "Saft" auch knapp und nachdem man eine AGM-Batterie nicht tiefentladen sollte, versorgten wir unser Leihmobil mit Strom aus unserer Powerbank.

Frisch geduscht genossen wir dann abends ein gemeinsames Abendessen mit Theresia, Martin, den zwei Töchtern Magdalena und Johanna sowie zwei Feriengästen aus Belgien, denn am Ackererhof kann man auch sehr gut in Ferienzimmern urlauben!
Mit vollem Bauch und ein, zwei Schnäpschen aus Obst direkt vom Hof hatten wir einen herzlichen, etwas längeren Abend, der uns noch lange in Erinnerung bleibt. Und weil wir uns so wohl fühlten, fragten wir gleich nach einer Nächtigungsverlängerung...
Aufbruch schweren Herzens, aber mit Vorfreude
Aber alles Schöne geht auch mal zu Ende. Nach insgesamt drei wundervollen Nächten und vier tollen Tagen war es am Samstag Zeit für uns, aufzubrechen. Nach einem gemeinsamen Frühstück, Geschenken im Gepäck (danke vielmals für den leckeren Apfelsaft und die frischen Kartoffeln) und einem nicht ganz so leichten Abschied für uns und die Kinder reisten wir weiter Richtung Norden, wieder zurück durch den Felbertauerntunnel zu unserem Zwischenstopp Kiefersfelden.
Dort machten wir kurz Halt bei einem Stellplatz mit Ver- und Entsorgung, um unser nächstes Ziel, den Erlensee, anzusteuern. Dort gönnten wir uns zwei Nächte am Campingplatz, um völlig zu entspannen und uns um unsere Blog-Beiträge zu kümmern.

So unglaublich toll die letzten Tage auch waren, richtig losgelassen hatten wir tatsächlich erst, als wir am Campingplatz die Markise ausfuhren und uns mit Tisch und Stühlen einen gemütlichen Arbeitsplatz eingerichtet hatten. Die Ver- und Entsorgung war kein Problem, Frischwasser gab es direkt am Comfortplatz. Dinge, die zu Hause völlig selbstverständlich sind, sind in einem Wohnmobil doch ein kleines Abenteuer! Dass wir uns nach dieser Reise selbst ein Wohnmobil zulegen, war ab sofort für Mario glasklar. Ich überlege noch, denn ich bin zwar auch schockverliebt, aber die Reise ist ja noch nicht um. 8 Wochen liegen noch vor uns. Wir sind beide ganz gespannt, was wir noch alles erleben werden.

Am Erlensee gelegen ist ein traditionelles Gasthaus mit typisch bayrischer Kost zu guten Preisen. Dort speisten wir sehr gut und machten herzerfrischende Bekanntschaften mit unseren Banknachbarn. Ein Verdauungspaziergang um den See ließ uns noch einmal so richtig entspannen, bis wir müde in die Federn fielen.
Am nächsten Tag stand für uns die Routenplanung an. Nürnberg sollte unser nächstes Ziel werden. Ein bisschen Arbeit, gut kochen, mit den Platznachbarn ein Absacker ... so ging ein weiterer schöner Tag zu Ende. Die Zeit rast förmlich. Gut versorgt traten wir also unsere Reise zu einem Stellplatz in Nürnberg an. Wie uns die Stadt gefallen hat, erfahrt ihr im nächsten Post. Bis dann :-)




Gerade euren 2. Bericht gelesen, da bekommt man ja Fernweh :-).