Von Eidfjord nach Bergen: Wasserfälle, Wolle, Sonnenschein
- Desi

- 26. Nov. 2025
- 5 Min. Lesezeit

Norwegen – das Land der Fjorde, Wasserfälle und unzähligen Campingmöglichkeiten. Für junge und junggebliebene Camper ist es ein echtes Abenteuerland. Auf unserem Roadtrip durch den südlichen-westlichen Teil von Norwegen haben wir wieder einige Highlights erlebt: von der Natur rund um Eidfjord über die Wasserfall-Wanderung bei Kinsarvik bis hin zum überraschend sonnigen Bergen.
🌊 Von Eidfjord nach Kinsarvik zur Vier-Wasserfall-Wanderung
Eidfjord liegt eingebettet zwischen steilen Bergen und tiefblauem Wasser. Für Camper ist es ein perfekter Ausgangspunkt, um die Natur zu genießen. Wir verbrachten noch eine Extranacht bei Sæbø-Camping und nutzten die Nähe zu Kinsarvik, wo eine der schönsten Wanderungen der Region wartet: die Wasserfall-Wanderung im Husedalen-Tal. Insgesamt gibt es vier große Wasserfälle, die man auf einer längeren Tour erreichen kann.

Wir entschieden uns für die kürzere Variante und wanderten nur bis zum zweiten Wasserfall, da wir erst nach Mittag vom Campingplatz losfuhren. Schon dieser Abschnitt ist beeindruckend: tosende Wassermassen, schöne Wälder, Felsen und ein Panorama, das man kaum in Worte fassen kann. Tipp für Wanderer: gutes Schuhwerk und etwas Proviant einpacken – die Wege sind zwar machbar, aber stellenweise steil. Der Jahreszeit entsprechend waren wir fast ganz alleine auf unserer Wanderung unterwegs.







🚐 Roadtrip nach Bergen, mit Gas-Stopp in Voss und viel Wollgeschichte in Dale
Übrigens ist für uns nach wie vor auch das Fahren auf den norwegischen Straßen ein Erlebnis für sich: Von schmalen einspurigen und wunderschönen Wegen direkt am Fjord (bei denen man zig Stoßgebete gen Himmel schickt, dass kein LKW entgegen kommt) bis hin zu spektakulären Brücken über die Fjorde oder Kreisverkehren in Tunneln ist alles mögliche dabei! Es wird hier einfach nie langweilig!


In Voss machten wir einen schnellen Zwischenstopp zum Gasauffüllen. Nächster Halt: Dale. Hier gibt es ein Outlet für die berühmten Dale of Norway Pullover. Schon lange wollte ich einen echten Wollpullover – und eine quirlige und sehr liebe Mitarbeiterin vor Ort erzählte uns begeistert von der Geschichte und Qualität der Produkte.

Leider hatten wir nur eine Stunde bis Ladenschluss und verquatschten uns so sehr, dass die Zeit für eine sorgfältige Auswahl fehlte. Da die Pullover nicht gerade günstig sind, wollte ich mir wirklich Zeit lassen. Fazit: Wir kommen wieder!

Für alle Camper mit Shopping-Laune: Ein Stopp im Dale Outlet lohnt sich unserer Meinung nach. Die Pullover sind nicht nur warm, sondern auch ein Stück norwegische Tradition. Seit 10 Jahren hat Mario nun schon seine Dale-Jacke, und hat nach wie vor viel Freude damit.

Von Dale aus ging es weiter nach Haukeland. Dort übernachteten wir auf einem Campingplatz direkt am Haukelandsee – ein traumhafter Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Am nächsten Tag nutzten wir die öffentlichen Verkehrsmittel, um nach Bergen zu fahren. Praktisch, denn so spart man sich den Stadtverkehr und die Parkplatzsuche.

🌞 Bergen – für uns scheint die Sonne in der regenreichsten Stadt Europas
Bergen gilt als die regenreichste Stadt in Europa mit etwa 240 Regentagen pro Jahr. Umso größer war unsere Freude, dass wir Sonnenschein erwischten!


Wir wanderten auf den Aussichtsberg Fløyen, von dem man einen fantastischen Blick über die Stadt hat. Der Weg hoch ist wunderschön und führt - je nach gewählter Route - durch enge, steile und kurvige Wohnviertel, Waldstücke und schön geschotterte Wanderwege hoch. Der Ausblick ist einfach magisch und wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter und dem Licht. Ein wirklich wunderschönes Ausflugsziel und sollte unbedingt bei einem Bergen-Trip besucht werden! Wer nicht wandern möchte, kann bequem die Fløibanen-Bahn nutzen.



Nachdem wir die schöne Aussicht genossen hatten, spazierten wir wieder talwärts durch das alte Stadtviertel Bryggen mit seinen bunten Holzhäusern – UNESCO-Weltkulturerbe und absolut sehenswert. Die bunten Holzhäuser im Viertel Bryggen erzählen Geschichten aus der Hansezeit und laden zum Schlendern ein. Hier fühlt man sich fast wie in einem Freilichtmuseum, nur dass das Leben pulsiert: kleine Cafés, Boutiquen und Straßenmusik sorgen für eine lebendige Atmosphäre.




Auch kulinarisch hat Bergen einiges zu bieten – von frischem Fisch am Hafen bis hin zu ungewöhnlichen Snacks wie dem Rentier-Hotdog, den Mario unbedingt probieren musste. Wir essen beide keinen Fisch, was sehr schade ist, denn an den Küstenregionen bekommt man den wohl besten Fisch!


Fazit: Bergen ist ein spannender Mix aus Natur und Kultur. Mit den Öffis kommt man bequem von den umliegenden Campingplätzen in die Stadt, und wer Glück hat, erlebt Bergen sogar ohne Regen 😉.


Nach so viel Stadt war uns nach gemütlicher Zweisamkeit im Camper, daher ging es mit der Bahn und dem Bus zurück zum Campingplatz, wo wir uns leckere Burger grillten. Yummy! 😋 Ach ja, und wir treffen wieder mal liebe Campingplatz-Nachbarn, die seit Mai 2025 durch ganz Europa on the road sind, und mit denen wir wie vom Schicksal bestimmt noch einen wirklich lustigen Abend verbringen werden. Das ist aber eine Geschichte für's nächste Mal. Vi ses!




Kommentare