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Dänemark: wandernder Leuchtturm und Meereskollisionen

  • Autorenbild: Desi
    Desi
  • vor 4 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit
Frau fotografiert weißen Leuchtturm am Sandstrand unter blauem Himmel; im Hintergrund Meer und wenige Spaziergänger.
Der Rubjerg Knude Fyr, zu dem es eine witzige Umzugsgeschichte gibt

Als uns spät am Abend die Fähre von Kristiansand nach Hirtshals bringt, verfliegt die Wehmut, Norwegen verlassen zu haben, doch relativ schnell. Wir möchten nämlich den Norden Dänemarks entdecken und suchen uns einen Stellplatz in der Nähe von Skagen, dem nördlichsten Zipfel von Dänemark und gleichzeitig den Ort, wo Nordsee und Ostsee aufeinander treffen.


Die Straßen sind dunkel und kilometerweit wirklich pfeilsgerade. Es gibt keine Straßenbeleuchtung. Wir fahren gefühlt ins Nirgendwo, bis wir Skagen erreichen, um uns noch mit Lebensmitteln zu versorgen. Wir übernachten am Camper-Parkplatz in Skagen. Es regnet, die Wettervorhersage ist für die kommenden Tage nass und windig. Das steht unserem Abenteuer aber nicht im Wege. Mit einer Reismahlzeit im Bauch und einer Folge "Vikings" geht es für uns ab in die Federn.


Leuchtturm mit dänischer Flagge vor Dünen und hellem, wolkigem Himmel; ruhige Küstenlandschaft.
Der Skagen Grå Leuchtturm ist vom Parkplatz aus schnell zu erreichen

Wir nutzen am nächsten Vormittag eine Regenpause, um die Küste bei Grenen zu erkunden. Jeder Meter ist spannend und bring Neues für uns zum Vorschein. Laut Regenradar haben wir eine knappe Stunde Zeit, bevor der nächste Guss kommt. Aber vor lauter entdecken und schauen und staunen vergessen wir etwas die Zeit...


Bunte, nasse Kiesel und Muscheln am Strand, in der Mitte ein heller Seestern.
Muscheln und Seesterne an der gesamten Küste. Bei starken Stürmen findet man manchmal tausende davon an den Küsten
Zwei Spaziergänger am leeren Sandstrand mit Dünen, Felsen und ruhiger See unter wolkigem Himmel.
Kurz kommt sogar die Sonne zum Vorschein. Trügerisch! Bald sollten wir sehr sehr nass werden...

Nun heißt es, so schnell wie möglich zurück zum Auto, denn eine längere Front soll kommen. Wir sind zwar bereits bis auf jeden Zentimeter nass, aber der Wind bringt Kälte und was wir gerade nicht brauchen können, ist eine Erkältung.


Leerer, grauer Strand mit Wellen unter bedecktem Himmel; ruhige, melancholische Stimmung.
Hier treffen Skagerrak (Nordsee) und Kattegat (Ostsee) aufeinander. Es regnet bereits, die Linse ist nicht mehr trocken zu kriegen

Trotzdem fühlen wir uns gerade wie Kinder, lachen und staunen und freuen uns über den Regen im Gesicht (auch wenn uns etwas kalt ist). Durch den unterschiedlichen Salzgehalt der beiden Meere kommt es zu keiner Vermischung und man sieht sehr deutlich, wie beide Meere eine unterschiedliche Farbe haben und wie sie aufeinander prallen.


Mann im blauen Regenparka mit Kamera am Strand vor grauer, stürmischer See; lächelt in die Kamera.
Nass bis auf die Knochen - der Regen von oben, dank Wind auch Meerwasser von allen Seiten

Auch an dieser Küste gibt es Bunker, es gibt regen Frachtschiffsverkehr und wir beobachten mit Faszination die Kormorane. Da sie kein wasserabweisendes Gefieder haben, um im Wasser schneller und tiefer tauchen zu können, müssen sie dieses an Land immer wieder trocknen.


Mehrere Kormorane und Möwen sitzen auf einem Felsen im Meer unter grauem, bewölktem Himmel.
Kormorane trocknen ihr Gefieder im Wind

Zurück im "Inni" heißt es erstmal für uns: heiß duschen, trockene Klamotten und die nassen Sachen aufhängen. Dank der schnellen Gasheizung ist das aber kein Problem. Wir hatten die ganze Nacht durchgeheizt, sodass das Wasser im Boiler schon gut temperiert war. Mit einer Kleinwohnung auf Rädern ist selbst das wilde Wetter an der Küste kein Problem!


Nach der wohltuenden Dusche konnten wir unsere Sachen im Bad aufhängen und die Heizung laufen lassen. Bereits nach 1 Stunde war alles wieder so gut wie trocken. Und da es sowieso regnete und für uns Zeit zum Mittagessen wurde, konnten wir uns Zeit lassen.


MIttags gab es bei uns meist ein gegrilltes Sandwich oder eine schnelle Suppe. Alles an Ort und Stelle dabei zu haben, war einfach der beste Luxus für uns! Außerdem war es sehr entspannend, dem Prasseln des Regens zuzuhören. Höhlenfeeling pur!


Grauer Hafenplatz mit Kopfsteinpflaster, schwarzem Van, bunten Häusern, Bus und Parkplatzschildern unter wolkigem Himmel.
Fesch und fresh in Skagen: der Inni von Fernweh steht gut da

Das Wetter meinte es aber noch einmal gut mit uns, der Regen hörte wieder auf und es sollte bis zum Abend hin trocken bleiben. Wir nutzten die Zeit, um Skagen zu erkunden. In der Stadt gibt es je nach Saison auch kostenlose Parkplätze für einige Stunden. Das reicht für einen Stadtbummel meist aus.


Person mit gelber Jacke und Rucksack geht über gepflasterte Straße in dänischem Ort; gelbe Häuser, Flaggen, Restaurant Plesner.
Mario passt (nicht nur) farblich ausgezeichnet hier her
Reflexion von zwei Personen in einem Restaurantfenster mit grünen Blättern und rot-weiß karierten Tischdecken.
Ein süßer Ort mit vielen Bummel-Möglichkeiten
Mehrere Fischereiboote im Hafen unter grauem Himmel; vorn Boot S.430, rechts großes Schiff neben Kran.
Auch am Hafen ist einiges los
Viele schwarze Fahrräder vor dem Eingang von Skagen BikeRental an weißer Fassade, ruhige Szene.
Ein, zwei Fahrräder zum Ausleihen

Wir bummeln durch den entzückenden Ort Skagen und das einzige, das uns zurück zum Auto treibt, ist der kalte Wind. Wir konnten uns im Inni gut aufwärmen, trotzdem froren wir nach zwei, drei Stunden Spaziergang wieder etwas.


Da wir bereits Anfang November hatten und viele Geschäfte und Cafés geschlossen hatten, war eine kurze Einkehr nicht möglich. Trotzdem hat uns Skagen sehr gut gefallen! Es war entspannt und ruhig und sehr gepflegt.


Wir fuhren zurück zum Camping-Parkplatz für eine weitere Nacht, um uns am kommenden Tag zum Leuchtturm Rubjerg Knude aufzumachen.


Nach einem gemütlichen Abend und einem Telefonat mit der Familie zu Hause ging es recht bald in die Federn für uns.


Wir starteten am nächsten Tag früh und nahmen noch ein besonderes Juwel auf dem Weg zum Rubjerg Knude Fyr mit: die versandete Kirche Sankt Laurentius. Ein zufälliger Fund auf Google Maps, aber einen Besuch sowas von wert!


Sandweg durch Dünen zu weißer versandeter Kirche mit rotem Dach unter grauem Himmel, ruhige Landschaft.
Nur wenige Spazierminuten von einem Wanderparkplatz entfernt: Den Tilsandede Kirke
Person in gelber Jacke fotografiert in einem dunklen Backsteinturm; warmes Licht fällt durch ein Fenster.
In die Kirche kann man hinein gehen. Der Turm bietet eine schöne Aussicht auf die Umgebung

Dänemark hat immer wieder mit Versandung zu kämpfen, zu sehen unter anderem an dieser Kirche. Da sie nach mehreren heftigen Stürmen durch Flugsand versank, wurde das Kirchenschiff Anfang 1800 abgerissen, der Kirchturm blieb jedoch bestehen.


Ich möchte noch einen weiteren Zwischenstopp mitnehmen: den Palm Beach in Frederikshavn. Hier sollen wunderschöne Palmen den Strand zieren. Liegt zwar nicht auf unserem Weg, aber wir sind ja mobil.


Etwas ernüchtert stellen wir jedoch fest, dass die Palmen über die Winterzeit ausgegraben und überwintert werden. Also: kein Palm Beach für uns...


Mann vor schwarzem Campervan am Seeufer unter grauem Himmel, Tür offen; Aufschrift INNOVAN.
Ein großer Parkplatz am Meer, was will man mehr?
Mann in blauer Jacke und Mütze hockt am Muschelstrand und sammelt Muscheln, grauer Himmel, ruhige Stimmung.
Keine Palmen, aber die kleinen Muscheln faszinieren trotzdem!

Trotzdem bezaubert von der Umgebung geht es nach einem Küstenspaziergang weiter für uns. Wir machen uns auf zu einer der größten Wanderdünen Europas, wo ein Leuchtturm auf Wanderschaft geht. Vielleicht kennen einige von euch den Rubjer Knude Fyr, der 2019 unter spektakulären Maßnahmen umgesiedelt wurde. Mit Hilfe von Schienen wurde der Turm ca. 70 Meter weiter ins Landesinnere befördert.


Leuchtturm auf sandiger Düne über Dünenlandschaft unter blauem Himmel, wenige Wanderer im Hintergrund.
Schon von weitem lacht der Leuchtturm aus den Dünen hervor
Zurückgelehnte Person auf Sanddüne im Gegenlicht der Sonne, grasbewachsene Dünen unter wolkigem Himmel.
Der Spazierweg zum Leuchtturm ist dank tiefstehender Sonne geprägt von goldenem Licht

Bis in die späten 1960er Jahren kämpfte der Turm immer wieder gegen Sandflucht und die Dünen an. 1968 wurde er schließlich stillgelegt, da er über die Dünen nicht mehr hinwegstrahlen konnte.


Zwei Personen gehen Hand in Hand auf einem Feldweg durch grüne Dünen, im Hintergrund ein Leuchtturm, ruhige Stimmung.
Ein romantischer Spaziergang garantiert!
Sonnige Dünenküste am Meer mit glitzerndem Wasser, heller Sonne am Himmel und ruhiger, weiter Landschaft.
Ich liebe das Licht und diese Steilküsten!
Sanddünen und Meer im Sonnenlicht, durch ein Metallgerüst mit Vorhängeschlössern im Vordergrund.
Der Leuchtturm ist begehbar und bietet eine atemberaubende Aussicht!
Leuchtturm zwischen sandigen Dünen, einige Menschen gehen darunter, heller Himmel mit Wolken.
Man kann sich kaum satt sehen
Ein Wanderer mit Rucksack läuft über eine riesige Sanddüne; dahinter Wald und Felder unter wolkigem Himmel.
Ausgezeichneter Blick von den Dünen Richtung Landesinnere

Der Leuchtturm soll nun für die nächsten 30 Jahre an seinem Platz bleiben, ehe wieder auf Schiene gebracht werden muss.


Man kann rund um den Leuchtturm gut parken und es gibt auch ein kleines Info-Ständchen zum Leuchtturm mit Wissensfragen.


Nicht nur der Leuchtturm selbst ist einen Ausflug wert, sondern auch der Weg dorthin! Wir sind es nicht gewohnt, dass ein Wanderweg zur Hälfte aus Sand besteht. Besonders in der tiefstehenden Hebstsonne bietet dieser Ort ein Erlebnis für die Sinne.


Für uns geht es nach diesem Tag nach Løkken auf einen Campingplatz. Dort machen wir eine ganz besondere Bekanntschaft mit einem zutraulichen Vöglein. Diese Geschichte gibt es beim nächsten Mal. Vi ses!



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