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Robben-Fotografie in Fanö, Besuch in Ribe und Abschied aus Dänemark

  • Autorenbild: Desi
    Desi
  • vor 3 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Mehrere Seehunde ruhen am Sandstrand im Wattenmeer, eine Möwe steht daneben.
Schon als wir die Fähre auf Fanö angekommen verlassen bekommen wir die ersten Robben zu Gesicht!

Die Frequenz der Fähren von Esbjerg nach Fanö und zurück ist regelmäßig und läuft wie am Schnürchen - so können wir kurz nach unserem Entschluss, nach Fanö zu fahren, bereits kurze Zeit später schon auf die Fähre auffahren. Und kaum fahren nach der kurzen, etwa 15-minütgen Überfahrt von Deck, erfreuen wir uns bereits am Anblick der allerersten Robben, die auf einer Sandbank in der Sonne chillen! Ich grinse Mario an. Das ging aber schnell mit seinem Wunsch :). Wir parken und packen sogleich unser Foto-Equipment aus. Es wird Zeit für Robben-Fotografie!


Fahrzeugdeck einer Fähre mit mehreren Autos und Van; blau-weißer Boden, links ein anderes Schiff sichtbar, ruhige Stimmung.
Mit der Fähre geht's von Esbjerg auf nach Fanö!
Robben liegen auf einer Sandbank im Watt, im Hintergrund Windräder und Kräne, daneben ein roter Markierungsstab im grauen Himmel.
Da liegen sie, die Süßen. Im Hintergrund sieht man den Hafen von Esbjerg

Übrigens sind Robben die größten Raubtiere der Küsten-Gegend, daher sollte man immer genügend Abstand zu den Tieren halten. Sie können mühelos ein menschliches Bein durchbeißen und beschützen ihre Jungen vehement. Grundsätzlich sind es entspannte Tiere, aber man muss sie in Ruhe lassen und darf sie nicht stören.


Wir sind ganz verzaubert und verbringen viel Zeit am Pier, um die Tiere zu beobachten. Glücklich und zufrieden ziehen mit vielen Fotos auf der Speicherkarte von dannen.


Vier Seehunde liegen und ruhen auf einem schlammigen Strand, teils im Wasser, grau und braun.
Dank Telekonverter kommt Mario sehr nah ran.

Die Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel sind um diese Jahreszeit nicht so üppig, aber wir finden dank Apps den netten Naturstellplatz von Arne an einem ehemaligen Anglersee, ausgestattet mit Duschen, WCs, einer Ver- und Entsorgung und einem Aufenthaltsbereich. Perfekt für uns, denn wir lieben es gemütlich, ruhig und umgeben von schöner Natur! Und es gibt noch eine Überraschung...


Grüne Wiese am Teich mit Unterstand, wehender Flagge und drei Rehen unter dunklem, wolkigem Himmel.
Der Camper-Stellplatz von Arne liegt direkt an einem See
Rehe unter Unterstand an Waschbecken am Teich, ruhige Szene.
... mit tierischen Besuchern! Die Damhirsche kommen jeden Tag beim Stellplatz vorbei und grasen
Drei Damhirsche grasen auf einer grünen Wiese im eingezäunten Garten bei Sonnenschein.
Sie sind gar nicht scheu und kommen neugierig näher

Der Platz ist so schön ruhig, wir sind verzückt von den Rehen und auch der Check-In ist unkompliziert und geht schnell.


Wir nutzen eine kurze Pause für ein schnelles Mittagessen und planen unsere nächsten Tage. Es gibt eine Robben-Bucht auf Fanö, die wir erkunden möchten, und abends wollen wir mal in eine Bar gehen, um das lokale Bier zu testen. Der Rest ergibt sich dann...


Reetgedecktes Backsteinhaus in Dünenlandschaft unter wolkigem Himmel, vom Auto aus gesehen.
Die Häuser auf Fanö sind richtig schnuckelig!
Schwarzer LMC-Camper mit Kennzeichen IM CMPR 6 steht am Strand unter wolkigem Himmel.
Im späten Herbstlicht am Strand von Sønderho: gut sieht "unser" Fernweh-Inni aus!
Person wandert mit Rucksack auf schlammigem Pfad durch Marschgras zum hellen Sonnenuntergang.
Auf geht's zum Robben-Beobachten!

Bei Ebbe ist der Strand von Sønderho kilometerweit begehbar. Es gibt eine bekannte Sandbank, an der fast immer Robben anzutreffen sind. Mittlerweile haben wir uns mit der Ebbe-Flut-Thematik etwas auseinander gesetzt und deshalb hat Mario auf seine Garmin-Uhr eine Gezeiten-Funktion heruntergeladen. So können wir bequem überprüfen, wann und wie lange wir quasi im Meer spazieren gehen können.


Fahrrad mit Weidenkorb steht in Dünengras an einem leeren Sandstrand unter wolkigem Himmel.
Manche kommen mit dem Rad zu den Dünen
Zwei lächelnde Menschen machen ein Selfie am Strand bei Sonnenuntergang, in Winterjacken und Mützen, mit Wolkenhimmel.
Wir spazieren im Meer - das freut uns sehr!

Weil wir (okay, ich) etwas trödel(n) und außerdem einen Umweg zum Robben-Beobachtungsposten nehmen, ist nicht mehr ganz so lange Ebbe. Immer wieder müssen wir uns den Weg durch die ansteigenden Meerespfützen suchen. Gummistiefel - das wär's!


Blick nach unten auf Wanderschuhe im nassen, welligen Sand, übersät mit Muscheln und kleinen Strandresten.
Ganz komisch: wir marschieren auf Sand herum, der normalerweise von Meer bedeckt ist. Und: der Sand ist steinhart!
Mann mit Kamera und gelbem Rucksack steht in einer flachen Marsch bei bewölktem Himmel.
Der Wasserspiegel steigt schon etwas!
Fotograf mit Rucksack steht barfuß am ruhigen Strand und fotografiert aufs Meer unter wolkigem Morgenhimmel.
Inzwischen ist das Wasser so angestiegen, dass wir die Schuhe ausziehen. Aber: wir haben sie gefunden!
Robben ruhen auf einer Sandbank im Meer unter grauem Himmel; ruhige, stille Szene.
Auf der Sandbank liegen die Robben zu Hauf und entspannen. Eine neugierige Kegelrobbe gleitet ins Wasser...
Robben ruhen auf einer Sandbank im Meer unter grauem Himmel; ruhige, stille Szene.
...und schwimmt in unsere Richtung!

Mittlerweile sind wir so ziemlich die einzigen Beobachter hier. Es wird dunkel und der Meerespegel steigt minütlich an. Und erst sind wir fasziniert von den Robben, freuen uns über ihren Anblick, staunen. Eine neugierige Robbe kommt tatsächlich auf uns zu. Niedlich schauen sie aus. Die Besucher-Robbe taucht, kommt näher, taucht, kommt näher. Mario schießt super Bilder. Und ich? Ich werde nervös. Wir haben schon davon gehört, dass wir Abstand halten sollen und dass die Tiere manchmal neugierig werden, aber auch aggressiv sein können. Als die Robbe nur noch wenige dutzend Meter von uns entfernt ist, packen wir unsere Sachen und kehren um. Sicher ist sicher.


Inzwischen sind wir barfuß, wieder mal etwas nass, aber lachen wie die Kinder über unser erneutes Mini-Abenteuer! Einzig auf den Boden achten wir akribisch: der Sand ist voll von messerscharfen Muscheln und wir haben bereits von aufgeschnittenen Fußsohlen und Nähen beim Arzt wegen so etwas gehört. Lieber gut achten, wo wir hintreten! Und doch mal Gummistiefel kaufen...


Sonnenuntergang über Watt mit spiegelndem Wasser, Schilf und dramatischen Wolken am Horizont.
Was vor etwa einer halben Stunde noch so aussah, ist mittlerweile unter Wasser. Die Sonne ist weg.

Ohne Schnittwunden und ohne Umwege erreichen wir unseren Inni und kichern und gackern, weil wir so viel Spaß haben. Mit der zeitlichen Planung haben wir es nicht so (habe ich es nicht so!), und so kommt zu einem eh-schon-Abenteuer noch ein klitzewinzigkleiner Zeitdruck dazu. Ich könnte ja mal nicht so lange schlafen und früher in die Gänge kommen... nääääääh :-P.


Um den Abend noch gemütlich ausklingen zu lassen und uns etwas unter's Volk zu mischen, beschließen wir, in eine dem Stellplatz nahe gelegene Bar zu gehen und "ein" Bier zu trinken. Die Bar gehört zu einer örtlichen Brauerei, dem Fanø Bryghus.


Lächelnder Mann in einer Brauerei hält eine Bierprobe mit fünf Gläsern in verschiedenen Farben.
Die Vielfalt dänischer Brauereikunst testet man am besten mit verschiedenen Pfiffs
Lächelndes Paar in der Brauerei vor Fässern und dem Schild FANØ BRYGHUS, mit dunklen Biergläsern am Holztisch.
Vom Barbereich sieht man direkt in die Lagerhalle des Brauhauses

Unser Lieblingsbier war dank der Kostproben schnell und eindeutig gefunden: das "Oktoberfest"-Bier, ein Märzen. Wir sind wohl festgefahren ;-).


Wir hatten viel Spaß und wenn wir ehrlich sind, dann war unser Rückweg zum Stellplatz nicht ganz schnurgerade, wenn ihr wisst, was ich meine.


Und daher wurde aus unseren Plänen, am nächsten Tag mal früher aufzustehen und eher in die Gänge zu kommen, leider auch nichts. Sagen wir es so, ein kleiner Kater hatte sich eingeschlichen und machte uns "etwas träge". Entsprechend langsam ging die weitere Tagesplanung vonstatten.


Weil wir geschlaucht waren und mit der Zeit eine Reisemüdigkeit hinzukommt beschlossen wir deshalb, den Tag am Stellplatz zu verbringen und "nur" Fotos zu sortieren und zu bloggen.


Mit dem Reisebloggen ist das so eine Sache, zumindest wenn man mein Zeitmanagement hat. Man erlebt unterwegs so unglaublich viel, macht viele Fotos, muss sich um Übernachtunsplatz, Versorgung von Wasser, Entsorgung von WC, Müll und Abwasser, Lebensmittel und Strom kümmern, dass man auf jeden Fall genügend Pausen einplanen sollte, in denen man einfach nur dasitzt und nichts tut. Einfach mal wirken lässt.


Das ist nicht unbedingt meine Stärke. Nichtstun. Schnell schaltet sich da mein Kopf ein und macht sich alle möglichen Sorgen. Mittlerweile gelingt mir das besser, aber während der Reise hatte ich damit immer wieder zu kämpfen, sodass ich gar nicht mal so gut genießen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Jetzt, wo ich unsere Erlebnisse im Nachhinein noch einmal niederschreibe, wird mir das so richtig bewusst.


Orangefarbener Sonnenuntergang hinter Baumsilhouetten und fliegenden Vögeln, durch ein dunkles Fenster gerahmt.
Ein wunderschöner Sonnenuntergang in Fanö - zum Glück gibt es ein Foto davon, sodass ich ihn immer genießen kann - auch im Nachhinein

Für unsere Reise blieben uns noch zwei Wochen, ehe wir uns schweren Herzens von unserem Inni trennen müssen. In wenigen Tagen hatten wir einen fix eingeplanten Mehrtages-Trip in die Niederlande, zu unseren Campingfreunden Petra und Piet. Und auch für die Rückreise wollten wir uns einige Tage Zeit lassen, denn stundenlanges Autobahnfahren macht auch müde. Und so beschlossen wir, den Tag einfach zu gammeln. Und uns am nächsten Tag nahmen wir schon die Fähre zurück nach Esbjerg, um langsam aber sicher Richtung Süden aufzubrechen.


Weiße Fähre Fenja am Kai im Hafen, bei blauem Himmel und Wolken, neben Pfosten und Wasser.
Wir machen uns auf den Rückweg nach Esbjerg und anschließend weiter nach Ribe

Bevor wir Dänemark aber vorerst hinter uns lassen, möchten wir noch einen Tagesausflug nach Ribe machen, der ältesten Stadt von Dänemark. Ribe war lange Zeit der wichtigste Hafen von ganz Dänemark. Wir sind hauptsächlich hier, um durch die alten Straßen zu flanieren, handgemachte Schokolade zu kaufen und uns die Beine zu vertreten. Es ist ruhig hier, kurz nach dem Feiertag Allerheiligen, und Touristen sind kaum unterwegs. Wir genießen es und bedauern einzig, dass wir fast zu müde sind, um mehr mit den Einheimischen zu quatschen. Bis auf etwas Smalltalk an der Kasse der Chocolaterie habe ich kaum Energie. Oder eigentlich: mein Kopf ist zu sehr mit Sorgen beschäftigt. Aber zum Glück lenkt mich der Bummel etwas ab.


Vor Fachwerkhaus mit rotem Ziegeldach sitzt ein Café; Frau steht auf dem Platz, Gäste draußen, grüne Schirme.
Rote Ziegel, Fachwerk-Gemäuer und sehr schief: in puncto Charme ist Ribe ganz vorne dabei
Weißes Eckhaus mit roter Tür und Fenstern, Kürbisse am Balkon, auf kopfsteingepflasterter Straße unter grauem Himmel.
Kurz nach Halloween: Kürbisse als Zierde. Aber alles ist eher niedlich als gruselig
Historischer Platz mit Fachwerk- und Backsteinhäusern; rechts fotografiert eine Person, bewölkter Himmel, ruhige Stimmung.
Der Kirchplatz von Ribe
Gotische Kirche mit Türmen, Herbstbaum und Statuen vor grauem Himmel.
Der stattliche Dom ziert den Kirchplatz. Er wird auch Frauenkirche oder Marienkirche genannt
Lächelnde Frau in Mütze steht auf Kopfsteinpflaster vor bunten Häusern in einer ruhigen Altstadtstraße.
Müde, aber fröhlich! Mario schafft es immer wieder, mich zum Lächeln zu bringen! DANKE

Leichteren Herzens, mit Geschenken für unsere Freunde, tollen Fotos, tollen Eindrücken und einer Spur weniger Sorgen verlassen wir Ribe und fahren zurück nach Flensburg. Dort gibt es direkt bei einem Einkaufspark kostenlose Wohnmobil-Stellplätze. Wir hatten dort auf unserer Hinreise schon übernachtet. Als wir die Grenze Dänemarks hinter uns lassen und zurück in Deutschland sind, mischt sich Vertrautheit mit der Erkenntnis, dass unsere Reise bald zu Ende geht... Wir haben alles andere als Heimweh. Erstmal freuen wir aus auf unseren Besuch in den Niederlanden in ein paar Tagen. Hattet ihr solche Erfahrungen auch schon, als ihr auf Reisen wart? Wie war das bei euch? Lasst es uns gerne wissen, schreibt uns ein Kommentar oder eine Nachricht - wir freuen uns! Bis bald!

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