Robben-Fotografie in Fanö, Besuch in Ribe und Abschied aus Dänemark
- Desi

- vor 3 Tagen
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Die Frequenz der Fähren von Esbjerg nach Fanö und zurück ist regelmäßig und läuft wie am Schnürchen - so können wir kurz nach unserem Entschluss, nach Fanö zu fahren, bereits kurze Zeit später schon auf die Fähre auffahren. Und kaum fahren nach der kurzen, etwa 15-minütgen Überfahrt von Deck, erfreuen wir uns bereits am Anblick der allerersten Robben, die auf einer Sandbank in der Sonne chillen! Ich grinse Mario an. Das ging aber schnell mit seinem Wunsch :). Wir parken und packen sogleich unser Foto-Equipment aus. Es wird Zeit für Robben-Fotografie!


Übrigens sind Robben die größten Raubtiere der Küsten-Gegend, daher sollte man immer genügend Abstand zu den Tieren halten. Sie können mühelos ein menschliches Bein durchbeißen und beschützen ihre Jungen vehement. Grundsätzlich sind es entspannte Tiere, aber man muss sie in Ruhe lassen und darf sie nicht stören.
Wir sind ganz verzaubert und verbringen viel Zeit am Pier, um die Tiere zu beobachten. Glücklich und zufrieden ziehen mit vielen Fotos auf der Speicherkarte von dannen.

Die Übernachtungsmöglichkeiten auf der Insel sind um diese Jahreszeit nicht so üppig, aber wir finden dank Apps den netten Naturstellplatz von Arne an einem ehemaligen Anglersee, ausgestattet mit Duschen, WCs, einer Ver- und Entsorgung und einem Aufenthaltsbereich. Perfekt für uns, denn wir lieben es gemütlich, ruhig und umgeben von schöner Natur! Und es gibt noch eine Überraschung...



Der Platz ist so schön ruhig, wir sind verzückt von den Rehen und auch der Check-In ist unkompliziert und geht schnell.
Wir nutzen eine kurze Pause für ein schnelles Mittagessen und planen unsere nächsten Tage. Es gibt eine Robben-Bucht auf Fanö, die wir erkunden möchten, und abends wollen wir mal in eine Bar gehen, um das lokale Bier zu testen. Der Rest ergibt sich dann...



Bei Ebbe ist der Strand von Sønderho kilometerweit begehbar. Es gibt eine bekannte Sandbank, an der fast immer Robben anzutreffen sind. Mittlerweile haben wir uns mit der Ebbe-Flut-Thematik etwas auseinander gesetzt und deshalb hat Mario auf seine Garmin-Uhr eine Gezeiten-Funktion heruntergeladen. So können wir bequem überprüfen, wann und wie lange wir quasi im Meer spazieren gehen können.


Weil wir (okay, ich) etwas trödel(n) und außerdem einen Umweg zum Robben-Beobachtungsposten nehmen, ist nicht mehr ganz so lange Ebbe. Immer wieder müssen wir uns den Weg durch die ansteigenden Meerespfützen suchen. Gummistiefel - das wär's!





Mittlerweile sind wir so ziemlich die einzigen Beobachter hier. Es wird dunkel und der Meerespegel steigt minütlich an. Und erst sind wir fasziniert von den Robben, freuen uns über ihren Anblick, staunen. Eine neugierige Robbe kommt tatsächlich auf uns zu. Niedlich schauen sie aus. Die Besucher-Robbe taucht, kommt näher, taucht, kommt näher. Mario schießt super Bilder. Und ich? Ich werde nervös. Wir haben schon davon gehört, dass wir Abstand halten sollen und dass die Tiere manchmal neugierig werden, aber auch aggressiv sein können. Als die Robbe nur noch wenige dutzend Meter von uns entfernt ist, packen wir unsere Sachen und kehren um. Sicher ist sicher.
Inzwischen sind wir barfuß, wieder mal etwas nass, aber lachen wie die Kinder über unser erneutes Mini-Abenteuer! Einzig auf den Boden achten wir akribisch: der Sand ist voll von messerscharfen Muscheln und wir haben bereits von aufgeschnittenen Fußsohlen und Nähen beim Arzt wegen so etwas gehört. Lieber gut achten, wo wir hintreten! Und doch mal Gummistiefel kaufen...

Ohne Schnittwunden und ohne Umwege erreichen wir unseren Inni und kichern und gackern, weil wir so viel Spaß haben. Mit der zeitlichen Planung haben wir es nicht so (habe ich es nicht so!), und so kommt zu einem eh-schon-Abenteuer noch ein klitzewinzigkleiner Zeitdruck dazu. Ich könnte ja mal nicht so lange schlafen und früher in die Gänge kommen... nääääääh :-P.
Um den Abend noch gemütlich ausklingen zu lassen und uns etwas unter's Volk zu mischen, beschließen wir, in eine dem Stellplatz nahe gelegene Bar zu gehen und "ein" Bier zu trinken. Die Bar gehört zu einer örtlichen Brauerei, dem Fanø Bryghus.


Unser Lieblingsbier war dank der Kostproben schnell und eindeutig gefunden: das "Oktoberfest"-Bier, ein Märzen. Wir sind wohl festgefahren ;-).
Wir hatten viel Spaß und wenn wir ehrlich sind, dann war unser Rückweg zum Stellplatz nicht ganz schnurgerade, wenn ihr wisst, was ich meine.
Und daher wurde aus unseren Plänen, am nächsten Tag mal früher aufzustehen und eher in die Gänge zu kommen, leider auch nichts. Sagen wir es so, ein kleiner Kater hatte sich eingeschlichen und machte uns "etwas träge". Entsprechend langsam ging die weitere Tagesplanung vonstatten.
Weil wir geschlaucht waren und mit der Zeit eine Reisemüdigkeit hinzukommt beschlossen wir deshalb, den Tag am Stellplatz zu verbringen und "nur" Fotos zu sortieren und zu bloggen.
Mit dem Reisebloggen ist das so eine Sache, zumindest wenn man mein Zeitmanagement hat. Man erlebt unterwegs so unglaublich viel, macht viele Fotos, muss sich um Übernachtunsplatz, Versorgung von Wasser, Entsorgung von WC, Müll und Abwasser, Lebensmittel und Strom kümmern, dass man auf jeden Fall genügend Pausen einplanen sollte, in denen man einfach nur dasitzt und nichts tut. Einfach mal wirken lässt.
Das ist nicht unbedingt meine Stärke. Nichtstun. Schnell schaltet sich da mein Kopf ein und macht sich alle möglichen Sorgen. Mittlerweile gelingt mir das besser, aber während der Reise hatte ich damit immer wieder zu kämpfen, sodass ich gar nicht mal so gut genießen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte. Jetzt, wo ich unsere Erlebnisse im Nachhinein noch einmal niederschreibe, wird mir das so richtig bewusst.

Für unsere Reise blieben uns noch zwei Wochen, ehe wir uns schweren Herzens von unserem Inni trennen müssen. In wenigen Tagen hatten wir einen fix eingeplanten Mehrtages-Trip in die Niederlande, zu unseren Campingfreunden Petra und Piet. Und auch für die Rückreise wollten wir uns einige Tage Zeit lassen, denn stundenlanges Autobahnfahren macht auch müde. Und so beschlossen wir, den Tag einfach zu gammeln. Und uns am nächsten Tag nahmen wir schon die Fähre zurück nach Esbjerg, um langsam aber sicher Richtung Süden aufzubrechen.

Bevor wir Dänemark aber vorerst hinter uns lassen, möchten wir noch einen Tagesausflug nach Ribe machen, der ältesten Stadt von Dänemark. Ribe war lange Zeit der wichtigste Hafen von ganz Dänemark. Wir sind hauptsächlich hier, um durch die alten Straßen zu flanieren, handgemachte Schokolade zu kaufen und uns die Beine zu vertreten. Es ist ruhig hier, kurz nach dem Feiertag Allerheiligen, und Touristen sind kaum unterwegs. Wir genießen es und bedauern einzig, dass wir fast zu müde sind, um mehr mit den Einheimischen zu quatschen. Bis auf etwas Smalltalk an der Kasse der Chocolaterie habe ich kaum Energie. Oder eigentlich: mein Kopf ist zu sehr mit Sorgen beschäftigt. Aber zum Glück lenkt mich der Bummel etwas ab.





Leichteren Herzens, mit Geschenken für unsere Freunde, tollen Fotos, tollen Eindrücken und einer Spur weniger Sorgen verlassen wir Ribe und fahren zurück nach Flensburg. Dort gibt es direkt bei einem Einkaufspark kostenlose Wohnmobil-Stellplätze. Wir hatten dort auf unserer Hinreise schon übernachtet. Als wir die Grenze Dänemarks hinter uns lassen und zurück in Deutschland sind, mischt sich Vertrautheit mit der Erkenntnis, dass unsere Reise bald zu Ende geht... Wir haben alles andere als Heimweh. Erstmal freuen wir aus auf unseren Besuch in den Niederlanden in ein paar Tagen. Hattet ihr solche Erfahrungen auch schon, als ihr auf Reisen wart? Wie war das bei euch? Lasst es uns gerne wissen, schreibt uns ein Kommentar oder eine Nachricht - wir freuen uns! Bis bald!



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